Kauderni-Eier, soeben vom
Männchen ausgespuckt – wie lassen
sie sich retten?

von Shahin Tavangari und Martin Brock

Dass Maulbrüter wie Pterapogon kauderni Eier ausspucken und damit die natürliche Entwicklung abbrechen, ist keine Seltenheit. Mit einer neuen Strategie aus dem Aquarium Berlin sind solche Eier jedoch zu retten, wie dieser Erfahrungsbericht zeigt.

Vieles wurde schon über den Banggai-Kardinalbarsch (Pterapogon kauderni) geschrieben, schließlich gehört er zu den beliebtesten Fischen in der Meerwasseraquaristik. Dabei besticht er nicht nur durch seine ungewöhnliche Körperform, sondern lässt sich auch vergleichsweise einfach vermehren.

Obgleich die Nachzucht dieser Fische recht leicht gelingt und sich viele Aquarianer um die regelmäßige Verfügbarkeit von Nachzuchten bemühen, ist allgemein bekannt, dass die Bestände in ihrem natürlichen Verbreitungsgebiet vor allem durch die Entnahme für den weltweiten Aquarienfischhandel enorm gefährdet sind.

Im Folgenden möchte ich über die Methode berichten, mit der wir im Aquarium Berlin unsere Banggai-Kardinalbarsche erfolgreich und vor allem in sehr großer Zahl vermehren. Damit möchten wir engagierten und interessierten Züchtern Anregungen geben und Neulingen in diesem Bereich eine Anleitung. Ziel ist, dass die aquaristische Nachzucht dieser Spezies noch mehr an Bedeutung gewinnt, denn trotz des kritischen Status im natürlichen Verbreitungsgebiet sieht man auf den Listen der Händler immer wieder Wildfänge, die leider auch ihre Abnehmer finden, weil Verkaufspreise für Wildfänge eben immer noch unter denen von Nachzuchten liegen.

Warum Banggai-Kardinalbarsche?

Doch zunächst möchte ich mich der Frage widmen, warum man sich in einer Institution wie dem Aquarium Berlin überhaupt mit der Vermehrung von Banggai-Kardinalbarschen beschäftigt. Schließlich wäre es doch naheliegend,  (...)

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 106