von Christian Euler

Der Weg vom Süßwasseraquarium zum erfolgreichen Riffbecken muss nicht steinig sein, wie das Beispiel der Familie Euler zeigt. 

Früher war ich Süßwasseraquarianer und pflegte ein 400-l-Becken mit Malawi-Cichliden. Das Aquarium war schön, lief recht problemlos und machte meiner Frau und mir Freude. Unterschwellig träumte ich schon damals immer von einem Riffaquarium mit Korallen, doch man kann im Leben schließlich nicht alles haben, sagte ich mir immer. Zudem galt die Korallenriffaquaristik als kompliziert und sehr anspruchsvoll, so dass ich mir nicht sicher war, die Schwierigkeiten auch meistern zu können, die sich mir möglicherweise in den Weg stellen würden. Ich hatte ja mein Malawibecken, das war ja schließlich auch etwas.

 

Nach zehn Jahren Standzeit des Süßwasseraquariums stellte es für mein Aquarianerherz keine Herausforderung mehr dar. Es gab nichts mehr zu entdecken. Sicher, alles war in Ordnung, doch eigentlich war da zu viel Ordnung – mir fehlte die Entwicklung. Mir fehlten die Wunder der Natur, das Staunen, die Begeisterung. Seesterne, die an der Scheibe hochkletterten, Putzergarnelen, die knallbunten Fischen ihre Dienste anboten, unbekannte Organismen, die aus dem Gestein herauswuchsen und sich vermehrten. Und natürlich das Wachsen und Gedeihen der Korallen, die um den Siedlungsraum rivalisierten. Ich wollte nicht mehr nur ein kleines Stück Malawisee, sondern ein komplexes marines Ökosystem, in dem unzählige Arten miteinander interagierten und jeden Tag für den Beobachter spannend machten – kurz: Ein Korallenriffaquarium musste her.

 

Im Februar 2002 war es dann schließlich so weit: Der langjährige Traum sollte verwirklicht werden. Ich hatte bereits einige Bücher über die Meerwasseraquaristik studiert, doch damit der sprichwörtliche Sprung ins kalte Wasser nicht allzu heftig ausfallen würde, plante ich, mich an einen Meerwasseraquaristik-Fachhändler zu wenden und mich von einem sehr erfahrenen Experten anleiten zu lassen. In der Nähe meines Wohnortes befand sich eine Filiale der Firma Kölle-Zoo, und dort traf ich auf Herrn Thilo Schwarz, dem ich mich in dieser Angelegenheit anvertraute. Das Aquarium wurde entworfen, mitsamt Unterschrank und Filterbecken, die sinnvollste Aquarientechnik ausgewählt und vor Ort installiert. Für die Gestaltung verwendeten wir 80 kg Lebendgestein.

 

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 90