Werner Fiedler
Die noch recht ursprüngliche Insel Tioman liegt im massentouristischen Abseits ein gutes Stück vor der Ostküste der Malaiischen Halbinsel. Die Unterwasserwelt rundum bietet die lebendige Vielfalt des Südchinesischen Meeres. Auf Schnorchler und Taucher warten folglich spannende Beobachtungen vor der Inselküste selbst, an vorgelagerten Mini-Landflecken und Klippen sowie Eilanden in der weiteren Umgebung.
Das teils von Stränden eingerahmte, mit geheimnisvollem Regenwald bewachsene Tioman erhebt sich gebirgsartig aus dem Meer bis in eine Höhe von reichlich 1.000 m – schon aus der Ferne ein beeindruckender Anblick für alle Besucher, die heute ausschließlich per Fährverbindung anreisen können.
Das war früher, bevor im Jahr 2014 der Linienflugbetrieb zum schlichten Insel-Airport eingestellt wurde, noch ganz anders: Damals erwartete die Passagiere vor der Landung noch ein gewisser Extra-Kick: Die seinerzeit von Kuala Lumpur kommenden kleinen Propellermaschinen hielten zunächst nämlich strikt Kurs auf die scheinbar bedenklich rasch näherkommenden Dschungelhänge, bis sich selbst die nervenstärksten Insassen insgeheim fragten: „Wo, um Himmels Willen, ist die Rollbahn?“ Aber die versierten Piloten schwenkten jedes Mal „gerade noch rechtzeitig“ auf die ungefähr parallel zum Strand verlaufende schmale Piste ein, die bis zuletzt zwischen dem „Hauptdorf“ Tekek und dem Berghang verborgen blieb und abrupt vor einer Felswand endete. Also gab es stets eine einzige Landechance – aber zu dieser prosaischen Erkenntnis gelangten die verstärkt transpirierenden Passagiere erst, nachdem ihnen der sprichwörtliche feste Boden unter den Füßen endlich wieder die gewohnte Sicherheit gab.




