„Mare Daniele“: das 3.000-l-Korallenriff
im Wohnzimmer
Foto: D. Knop

Daniel Ponzini

Welche Frage ist eher dazu geeignet, jemandem eine Gänsehaut auf den Rücken zu zaubern? „Schatz – willst Du mich heiraten?“, oder eher: „Willst Du nicht ein größeres Aquarium?“ Bei Daniel Ponzini war es Letztere, gestellt durch seine Frau. Den Hochzeitsantrag hatte er schon früher gestellt ...

Seit über 20 Jahren betreibe ich dieses Hobby. Angefangen hat es mit Süßwasser. Dann folgten Meerwasserbecken unterschiedlicher Abmessungen, der Wechsel jeweils ausgelöst durch einen beruflich bedingten Umzug. Das Größte darunter war ein 1.000-l-Rechteckbecken. Das Aquarium, das ich gerade besaß, als mir die oben zitierte Frage gestellt wurde, fasste 750 l. Nun jedoch sollten sich die Voraussetzungen ändern, denn ein Wohneigentum bot Gelegenheit, aquaristisch in einer ganz anderen Liga zu spielen.

Die Planungsphase
Zunächst musste der Statiker die Belastungen berechnen – die Wohnung befindet sich in der 5. Etage, und das Haus befand sich noch im Rohbau. Die Berechnung gab grünes Licht für eine Belastung bis vier Tonnen. Mir war damals schon klar, dass es ein Eckbecken werden sollte. Ich liebte schon immer die Tiefenwirkung, die man bei einem Dreiecksbecken in der Mitte realisieren konnte. Auch wollte ich genügend Schwimmraum für die Fische haben, verbunden mit einer großen Sandzone.

Da ich mit Becken dieser Größe keine Erfahrung hatte, damals aber schon Abonnent der Zeitschrift KORALLE war, blätterte ich die Anzeigen durch und schrieb einige Firmen an, von denen ich annahm, dass sie Großanlagen bauen konnten. Einige fielen sehr rasch durch das Raster, weil entweder keine Antwort kam oder mir die Rückmeldungen für ein Projekt dieser Größe sehr rudimentär erschienen. Schnell wurde auch klar, dass die Ausführung nicht durch einen Anbieter aus der Schweiz erfolgen würde, wo wir wohnen. Dass ein solches Becken nicht günstig ist, wussten wir, aber einen Goldbarren wollten wir nun auch nicht.

Schließlich fand sich aber doch ein geeigneter Kandidat. Ein Ortstermin mit Besichtigung der Räumlichkeiten erfolgte, und es wurde festgestellt, dass eine Vorortverklebung am besten wäre. Ich wurde gefragt, warum ich mich bei diesem Dreiecksbecken denn für eine plane Frontscheibe entschieden hatte und nicht für eine Rundscheibe. Bis dahin war mir nicht bekannt, dass es so große Rundscheiben mit einem so engen Kurvenradius überhaupt gab. Ob dieser Möglichkeiten nahm die Gestaltungsplanung nun einen ganz neuen Weg. (...)

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 108