Ein Schwarm Füsiliere (Pterocaesio sp.)
zieht über Gorgonien und Weichkorallen hinweg

Werner Fiedler

Die unvergleichliche Meereswelt von Raja Ampat offenbart bei jedem Besuch neue Facetten ihrer fantastischen Lebensvielfalt. Entsprechend hoch sind die Erwartungen, als Stammautor Werner Fiedler nach einem einwöchigen Resort-Aufenthalt an der zentral im Archipel gelegenen Dampierstraße mit dem Schoner „Coralia“ zu Gebieten weiter im Norden und Westen aufbricht.

Raumkonkurrenz – wie hier zwischen
zwei Steinkorallen – kommt durch
chemische Substanzen zustande,
die sich oft auch in der Humanmedizin
nutzen lassen

Dr. Samuel Nietzer

Tiere aus dem Korallenriff stehen zunehmend im Fokus der Wissenschaft, weil viele der Wirkstoffe, die sie zum Überleben bilden müssen, auch im menschlichen Körper nützliche Wirkungen entfalten könnten. KORALLE-Autor Dr. Sam Nietzer ist mit solchen Forschungsarbeiten befasst, auch mit der Hilfe von Meerwasseraquarien, und schildert hier die Vorgehensweise der Wissenschaftler.

Dichte Pseudanthias-Schwärme tanzen
im Sonnenlicht

Heiko Blessin

Gelbe Doktorfische, perfekte Korallenriffe, unzählige Seeschlangen – aber nicht bei Hawaii, sondern in Südjapan! Seien Sie gespannt auf eine Region, die auch unter Tauchern unbekannt und für uns Aquarianer ein echter Meerwassertraum ist.

Das Rising Tide-Team im Tropical
Aquaculture Lab (TAL) mit dem
Palettendoktorfisch-Brutstoc

Text: Ret Talbot, Übersetzt aus dem Englischen (DK)

„Allgemein ist die Überzeugung verbreitet, die Nachzucht von Aquarienfischen sei unzweifelhaft gut – sie verhindert habitatschädigende Fangmethoden, und die Fische sind besser an Aquarienbedingungen gewöhnt. Diese vereinfachte Sichtweise trifft größtenteils auch zu, doch die Komplexität dieser Problematik ist so groß, dass ein vereinfachendes Mantra wie „Aquarienfisch-Nachzucht ist gut“ der Sache nicht gerecht wird.“ (Dr. Michael Tlusty in der Zeitschrift „Ornamental Fish International Journal", 2004).

Wissenschaftliches Experiment zur
Erforschung der Sedimentverträglichkeit
von Jungkorallen

Text: Samuel Nietzer

 

Die Wirkung von Sedimenten auf Korallen und auch auf Korallenlarven ist bereits recht gut erforscht. Doch in einem bestimmten Entwicklungsabschnitt sind Jungkorallen durch hohe Sedimentkonzentrationen im Wasser ganz besonders stark gefährdet, und genau hier weist die wissenschaftliche Erforschung noch empfindliche Lücken auf, die dringend geschlossen werden müssen. Auch für die Riffaquaristik sind Erkenntnisse über die Sedimenttoleranz von Jungkorallen wichtig.

Korallenriffaquarium mit integrierter
Filterkammer; das in einer Zahnarztpraxis
stehende Becken besitzt aus Sicherheits-
gründen keinerlei Durchbohrungen
oder andere Wasserdurchtritte.
Abschäumer, Filterung und Biopellet-
Reaktor befinden sich im zentral gelegenen,
runden Filterbecken, das mit Riffkeramik
verkleidet ist.

Text: Dr. Dieter Brockmann

Seit ihren Anfängen hat sich die Meerwasseraquaristik dramatisch verändert. Heute gibt es hervorragende Komplettsysteme mit externen, meist im Unterschrank befindlichen Filtersystemen, die den Einstieg in das Hobby sehr vereinfachen. Aber es geht auch mit minimalistischerem Ansatz, ohne ein externes Filterbecken, wie der nachfolgende Beitrag beschreibt.

Filterbecken der Fa. Diamantaquarien:
Die hintere Zugstrebe nimmt Fall- und
Steigrohre auf und besitzt weitere
Tankverschraubungen für Schläuche
oder Messketten. Eine Filterschaum-
Kammer hält Luftblasen des einlaufenden
Wassers zurück

Text: Daniel Knop

Filterbecken sind die aquaristische Technikzentrale eines Korallenriffaquariums, und sie sind bei jedem Aquarium etwas anders aufgebaut. Oft entscheidet ihre Konzeption über Erfolg oder Misserfolg des Riffbeckens. Wir schauen genauer hin und geben Tipps für die Planung eines Filterbeckens.

Ein Dornenkronen-Seestern im Aquarium –
vom Korallenriffschädling zum Maskottchen

Text und Fotos: Samuel Nietzer

Dornenkronenseesterne sind für natürliche Steinkorallenbestände vielerorts eine ernste Bedrohung. Gleichzeitig aber sind sie durchaus aquarienhaltbar, und ihre Langzeitpflege kann helfen, die unnatürlich starke Vermehrung in freier Natur besser zu verstehen.

Ein Putzer-Lippfisch (Labroides dimidiatus)
inspiziert im Aquarium von Heinz Hartwig
einen Goldring-Borstenzahndoktorfisch
(Ctenochaetus strigosus)

Text und Fotos: Daniel Knop

Die Putzsymbiose ist eines der plakativsten Beispiele für symbiotische Partnerschaften im Tierreich. Bei uns Menschen weckt sie Interesse und Sympathie, für Korallenfische ist sie lebenswichtig.

Mischbecken mit einem starken Besatz
an Fischen profitieren enorm von einer
UV-Entkeimungsanlage. Der Ausbruch
von Krankheiten wird vorbeugend
kontrolliert (Aquarium Wilhelm
Zimmermann, Munderkingen),
Entkeimer Fa. Tropical Marine Centre
Foto: St Tripke & D. Brockmann

Stefan Tripke & Dr. Dieter Brockmann

Die Gesunderhaltung empfindlicher Fische in Riffaquarien ist nach wie vor ein heikles Thema. Die meisten Medikamente sind aufgrund ihrer Toxizität gegenüber Korallen und Bakterien tabu. Was bleibt, ist eine wirksame Prophylaxe des Aquariensystems mit einer effizienten UV-Entkeimungsanlage.

Fertigung eines großen Halbrund-Acryl-
aquariums in der Firma Schuran
Foto: D. Knop

Daniel Knop

Nicht nur Silikatglas eignet sich für den Aquarienbau, sondern auch Acrylglas. Wir betrachten die Vor- und Nachteile dieses Materials und werfen einen Blick auf die Herstellungsweise solcher Becken.

Faszinierend schönes Mauerblümchen:
Tubipora sp. 3 Foto: D. Knop

Daniel Knop

Über die Orgelkorallen der Gattung Tubipora ist sowohl wissenschaftlich als auch aquaristisch erstaunlich wenig bekannt. Mitunter begegnet man seltenen, ungewöhnlichen Polypenformen, doch aquaristisch werden all diese als Tubipora musica bezeichnet – was sie aber nicht alle sein können. Wir nehmen diese Gattung genauer unter die Lupe.

Vater und Sohn Debelius tauchen
in Raja Ampat Foto: T. Friedrich

Text und Fotos Tobias Friedrich

Helmut Debelius – jeder Meerwasseraquarianer kennt diesen Namen. Und wem er nicht geläufig sein sollte, der ist bestimmt schon über eines seiner zahlreichen marinen Bestimmungsbücher mit ihm in Berührung gekommen oder pflegt im Aquarium eine der zahlreichen Tierarten, die nach ihm benannt wurden. Still ist es um ihn geworden, seit er sich im Jahr 2007 in den wohlverdienten Ruhestand zurückgezogen hat. Sein Lebenswerk – die vielen Bestimmungsbücher und neu entdeckten Tierarten – verdient jedoch nach wie vor höchste Anerkennung. Autor Tobias Friedrich hat ihn auf einer Reise nach Raja Ampat begleitet.

von Daniel Knop

Fotografie ist heute beliebter als jemals zuvor. Diese Rubrik möchte die KORALLE-Leser Schritt für Schritt an die Aquarienfotografie heranführen und Tipps und Tricks aus der Praxis verraten. In der aktuellen Folge geht es um 3D-Fotografie in der Aquaristik.

Ausgebleichte Steinkoralle

von Dr. Dieter Brockmann

Schwermetallvergiftungen können unterschiedliche Ursachen haben. Durch regelmäßige Wasseranalysen lassen sie sich jedoch früh erkennen und dadurch Verluste verhindern. Enthält das Aquarienwasser erst einmal hohe Schwermetallkonzentrationen, dann sind Hilfsmaßnahmen wichtig.

Schwermetalle im Aquarienwasser?

von Daniel Knop

Metallvergiftung im Korallenriffaquarium – ein Schreckgespenst für jeden Riffaquarianer. Wie kann bei der großen Vorsicht, die man im Riffaquarium walten lässt, trotzdem eine schleichende Wasservergiftung entstehen? Und wie lässt sie sich verhindern?

von Dr. Dieter Brockmann

Phosphatanreicherung im Aquarienwasser stellt nach wie vor eines der Kernprobleme der Riffaquaristik dar. Erhöhte Konzentrationen können einerseits zu unerwünschtem Algenwachstum führen, andererseits scheint Phosphat die Skelettsynthese von Steinkorallen zu hemmen. Die Kontrolle von anorganischem Phosphat ist somit eine der Grundvoraussetzungen für ein gesundes Aquarienmilieu. Als Werkzeug bietet sich hierfür neben vielen anderen Strategien Lanthan an.

von Daniel Knop

Die Tiere, die wir in unseren Korallenriffaquarien pflegen, decken eine große Bandbreite an Stammesgeschichte ab, und die Konstruktionsweise ihrer Augen lässt spannende Rückschlüsse auf ihre Organisationsstufe zu

von Steffen Klos

Mit einer neuen, unkomplizierten Methode lässt sich der pH-Wert vieler Meerwasseraquarien stabilisieren, ohne das Wasser direkt zu behandeln

von Daniel Knop

„Riffe in Gefahr“ (Printausgabe) und „Freiheit für die Fische“ (online) – unter diesen Titeln verlangt Autor Bernd Brunner in der Wochenzeitung „DIE ZEIT“, Aquarien abzuschaffen, offenbar im Windschatten von Kritik am Animationsfilm „Findet Dorie“

Text und Fotos: Daniel Knop

Zahlreiche winzige, aber trotzdem absolut faszinierende Klein-Wirbellose gelangen mit Korallen in unsere Aquarien, enden jedoch rasch als Fischfutter. Was dagegen passieren kann, wenn man eine solche Lebensgemeinschaft aus Wirtskoralle und Kommensalen in ein fischfreies Artenbecken einbringt, zeigt der vorliegende Beitrag.