Mucusproduktion einer Sarcophyton-
Lederkoralle – beim Abstoßen wird
deutlich, wie viele Sedimentpartikel
sich in dem schleimigen Sekret
gefangen haben Foto: Daniel Knop

Text: Verena Klein

Äußere Schleimschichten dienen im Tierreich oft dem Schutz des Organismus. Auch Korallen produzieren solch ein wissenschaftlich als „Mucus“ bezeichnetes Sekret, dessen Aufgaben allerdings über die reine Schutzfunktion weit hinausgehen.

Jeder, der nicht nur Fische, sondern auch Korallen im Riffbecken pflegt, wird schon Bekanntschaft mit schleimig wirkenden Sekreten gemacht haben, wissenschaftlich als Mucus bezeichnet. Dabei handelt es sich um den äußeren, nährstoff- und energiereichen Biofilm auf Korallen, Fischen, Mollusken und anderen Tieren. Auch im Körperinneren dieser Lebewesen existieren Mucusschichten, die unter anderem die Organe auskleiden und schützen.
Dieses zähflüssige, regenerative Körpersekret hat im gesamten Tierreich zahlreiche faszinierende Eigenschaften. An Land sind Schnecken mithilfe ihrer Schleimschicht sogar dazu in der Lage, eine Rasierklinge unbeschadet zu überwinden. Die Aufgaben, die diese Schleimschicht bei Meerestieren erfüllt, sind so vielgestaltig, dass es lohnend ist, sich damit näher zu befassen.
Fast kann man von einem Wundermittel sprechen, so breit sind die Funktionen des Mucus gefächert. Dabei spielen die oft unbeachteten Schleimsekrete nicht nur eine weitreichende Rolle im Stoffwechsel und bei der Verteidigung, sondern nehmen auch eine wichtige Stellung in biogeochemischen Zyklen des Meeres ein.

Mucus und seine Bestandteile
Mucus besteht vornehmlich aus Proteinen, Zuckern, Lipiden, Sterolen, Phospholipiden und Aminosäuren. Die strukturgebenden Bausteine werden Mucine genannt. Diese sind aus Glykoproteinen aufgebaut, wobei eine Proteinkette dabei mit Seitenketten aus Zuckern verbunden ist. Die Bausteine sind eine Absonderung der Schleimhäute. Bei Korallen wird der Ursprung dieser Substanzen bei den Symbiosealgen vermutet. Man nimmt an, dass vielleicht sogar die Hälfte der organischen Materie von diesen produziert wird.
Mucus ist hochdynamisch und wandelbar, sodass er ganz unterschiedliche Formen annehmen kann. Er tritt als viskose Flüssigkeit in Tropfenform auf, zeigt sich in Form feiner, fadenförmiger Stränge, weiterhin als Netz, dem einer Spinne ähnlich, und ebenso als dichte Decke, die wie eine feine Haut erscheint.

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 115