Kreiselschnecken der Gattung Tectus
(hier T. fenestratus) sind einfache
Pfleglinge, die in keinem Riffaquarium
fehlen sollten. Sie eignen sich
hervorragend zur Algenkontrolle.

Text: Dr. Dieter Brockmann

Der Stamm der Weichtiere (Mollusca) ist aquaristisch vor allem durch die herrlichen Riesenmuscheln der Familie Tridacnidae bekannt, doch sollten auch Schneckenarten ihren Platz im Aquarium haben, die permanent Algenaufwuchs an den Scheiben und der Dekoration abweiden

Schnecken (Klasse Gastropoda)
Kreiselschnecken aus der Familie Trochidae sind sicherlich die in Riffbecken am häufigsten gepflegten Vertreter ihrer Klasse. Umgangssprachlich werden sie gemeinsam mit vielen anderen Gattungen auch als Gehäuseschnecken oder Algenschnecken bezeichnet. Arten der Gattung Tectus sind hervorragende Algenfresser, die in keinem Riffbecken fehlen sollten. Sie sind einfache Pfleglinge und bedürfen in biologisch reifen Aquarien keiner Zusatzernährung, da sie hier immer Nahrung in Form von Algenbelägen auf den Scheiben und der Dekoration finden. Allein auf zu schnelle Dichteveränderungen reagieren sie empfindlich, weshalb eine Eingewöhnung mit der Tröpfchenmethode nötig ist.
Den Gehäuseschnecken der Familie Trochidae fehlen Geschlechtsorgane zur Kopulation, weshalb Eier und Spermien frei in das Wasser abgegeben werden. Hierzu kriechen sie auf erhöhte Standorte und entlassen ihre Geschlechtsprodukte ins Wasser, wo die Befruchtung stattfindet. Dies kann auch regelmäßig im Aquarium beobachtet werden, wo die Ei- und Spermaabgabe verschiedener Individuen durch biologische und physikalische Reize synchronisiert wird. Einige Zeit nach Abgabe der Geschlechtsprodukte kann man im Aquarium oft zahlreiche winzige Schnecken entdecken, die bei ausreichendem Nahrungsangebot heranwachsen.
Vorsicht ist bei der gemeinsamen Pflege von Gehäuseschnecken mit Einsiedlerkrebsen geboten. Fallen die Schnecken auf den Bodengrund, können sie Opfer der Krebse werden, entweder weil sie als Nahrung betrachtet werden oder weil ein größeres Gehäuse benötigt wird, (...)

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 116