Die Qualität des Ausgangswassers ist
ein Kriterium für den Erfolg in der
Riffaquaristik

Text: Dr. Dieter Brockmann

Die Qualität des Ausgangs- und Nachfüllwassers ist ein wichtiges Erfolgskriterium für die Riffaquaristik. Grundlage hierfür ist Leitungswasser, das aber aus hygienischen Gründen von vielen Wasserwerken chloriert wird, um Keime wie z. B. Colibakterien zu bekämpfen. Aber was macht dieses Chlor mit unserem Riffaquarium? 

Bei dem Wort Chlor denken die meisten Menschen spontan an Bleichmittel, Keimfreiheit und typischen Chlorgeruch. Tatsächlich handelt es sich bei Chlor (chemisches Symbol Cl2) aber um ein chemisches Element, dessen Verbindungen in der Meerwasseraquaristik allgegenwärtig sind. So ist das Chlorid-Anion (chemisches Symbol Cl-) mit einer Konzentration von 19,35 g/kg (bei einer Salinität von 35 ‰) das häufigste Ion im Meerwasser und damit auch maßgeblich für die Dichte verantwortlich (Spotte 1979). In Verbindung mit Natrium, dem häufigsten Kation, wurde es früher in großen Mengen als Speisesalz aus den sogenannten Meerwassersalinen gewonnen, durch einfaches Verdunsten des Wassers. Auch heute noch findet man solche Salinen in vielen Regionen unserer Erde mit entsprechend hohen Temperaturen, die das Verdunsten des Wassers beschleunigen.
Eine weitere Verbindung des Chlors, mit der Meerwasseraquarianer in Kontakt kommen können, ist verdünnte Salzsäure (HCl). So wird 5- oder 10-prozentige Salzsäure häufig dazu verwendet, um Glasrosen oder Feueranemonen durch eine gezielte Injektion einer geringen Menge der Säure abzutöten.

Was ist Chlor?
Elementares Chlor (Cl2) ist unter Normalbedingungen gasförmig, hat bei Raumtemperatur eine gelbgrüne Färbung, einen charakteristischen, stechenden Geruch mit einer Geruchs- und Geschmacksschwelle in Wasser von 0,02–0,05 mg/l und ist sehr giftig. Es gehört zu den reaktivsten Elementen, die wir kennen. Chlor reagiert – wenn auch manchmal unter extremen Reaktionsbedingungen – mit fast allen anderen Elementen, mit Ausnahme von Sauerstoff, Stickstoff und den Edelgasen. Diese hohe Reaktivität bedingt auch, dass Chlor (...)

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 116