Am Umzugstag schwamm der Rotmeer-
Doktorfisch seelenruhig in die Falle und
geriet auch nach dem Schließen der
Falltür nicht in Panik

Text: Ina Fischer

Einen Fisch im eingerichteten Riffbecken zu fangen, ist ausgesprochen schwierig und bringt Fisch und Mensch normalerweise unter großen Stress. Dass es mit optimaler Vorbereitung aber auch ganz anders geht, zeigt dieser Bericht.

Wie fängt man einen ausgewachsenen Doktorfisch in einem Riffbecken, das bereits knapp acht Jahre Standzeit aufweist und somit auch entsprechend dicht mit Korallen bewachsen ist? Das Ausräumen, wie bei dem Vorbesitzer des Rotmeer-Doktorfischs, wollte ich mir und meinen Tieren gern ersparen. Auch der Einsatz eines Keschers erschien mir nicht sehr erfolgversprechend. Es blieb also nur der Einsatz einer Fischfalle.
Ich besaß schon länger eine, hatte sie aber noch nie benutzt, weil ich bislang keinen meiner Fische abgeben wollte oder musste. Für den Fall der Fälle hatte ich sie aber bereits vor einigen Jahren angeschafft. Auch die Dekoration des Beckens hatte ich bei der Einrichtung so gestaltet, dass man an einer bestimmten Stelle eine Fischfalle aufstellen konnte. All dies zahlte sich jetzt aus. Ich bot den Fisch in verschiedenen Meerwasserforen und Kleinanzeigenportalen an und platzierte die Fischfalle im Aquarium.

Neugierige Blicke
Es dauerte nicht lange, und die ersten Fische schauten neugierig, was sich da Neues in ihrer gewohnten Umgebung befand. Nach und nach tauchten alle in der Nähe der Falle auf, um sie genau zu inspizieren. Zuerst traute sich mein Tangfeilenfisch (Acreichthys tomentosus). Als Nächste waren mein Fuchsgesicht (Siganus vulpinus) und die Doktorfische an der Fischfalle zu beobachten. Sehr viel später erst nahmen dann meine Riff- und Zwergbarsche den Plastikbehälter genauer unter die Lupe.
Mein Pseudochromis-flavivertex-Weibchen war schließlich der erste Fisch, der sich das obskure Objekt dann auch einmal von innen ansehen wollte. Bereits eine Stunde nach dem Einsetzen der Fischfalle reichte ich das erste Mal Futter, das ich durch die Öffnung an der Oberseite schob. Recht schnell verstanden einige der Fische, dass sich in der Fischfalle nun etwas Interessantes befand. Als Erstes machte sich wieder mein Zwergbarsch-Weibchen über das Granulat her. Die anderen Fische begriffen rasch, dass die Fischfalle nur an einer Seite offen und das Futter auch nur über diese eine Öffnung zu erreichen war. Bald drängelten sich dann parallel sogar mehrere Fische zeitgleich in der Falle. (...)

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 117