Viele Hersteller, hier ein Beispiel, bieten
Ventilatorsysteme, die an einer
Seitenscheibe befestigt werden,
zur Kühlung an.

Text: Dr. Dieter Brockmann

Aufgrund der lang anhaltenden heißen Sommermonate ist die Kühlung eines Aquariums heute meist mindestens ebenso wichtig wie die Heizung. Welche Methoden gibt es und wie funktionieren sie? Wir stellen einige Optionen vor.

Korallen und Fische der tropischen Korallenriffe tolerieren nur ein recht enges Temperaturfenster. Allgemein geht man davon aus, dass die mittlere optimale Aquarientemperatur bei 24–26 ºC liegt (Brockmann 2018). Ab einer Temperatur von etwa 30 ºC kommt es durch Zerstörung des Fotosyntheseapparats zum Ausbleichen zooxanthellater Nesseltiere, gefolgt häufig vom Tod der betroffenen Tiere. Aber auch die Fischpopulation eines Riffs leidet unter erhöhten Temperaturen. Der Sauerstoffverbrauch der Fische hängt, neben ihrer Größe und Aktivität, auch unmittelbar von der Temperatur ab (Glencross & Felsing 2006).
Dabei gilt: Je höher die Temperatur, desto größer ist der Sauerstoffbedarf. Dem steht allerdings die Tatsache entgegen, dass mit Zunahme der Temperatur der Sauerstoffgehalt des Meerwassers sinkt (Millero 1996). Dies bedeutet Stress für die Fische und zeigt sich im Aquarium durch unnatürliches Verhalten wie Schwimmen an der Wasseroberfläche, erhöhte Kiementätigkeit oder verstärkte Versteck- und Ruhephasen. Kleinere Temperaturschwankungen im Tagesverlauf um 2–3 ºC sind dagegen für die Fische kein Problem, solange die Marke von 30 ºC nicht längere Zeit überschritten wird. Sie entsprechen vielmehr dem natürlichen Temperaturverlauf im Oberflächenwasser des Riffs, insbesondere in Küstengebieten.
Somit ist klar, dass eine stringente Temperaturkontrolle über Heizung und Kühlung (...)

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 118