Auch die winzigen Wurmschnecken
angeln mit ihrem Schleimnetz Partikel
und reinigen dadurch das Aquarienwasser

Text: Silvia Gerhard

Jeder Korallenriffaquarianer kennt sie, und fast jeder schimpft auf sie: die Wurmschnecken der Familie Vermetidae. Man betrachtet sie im Riffbecken allgemein als Störenfried, als Plagegeist oder „Trojaner“. Doch wer genauer hinschaut, erkennt in ihnen vielleicht faszinierende Tiere, die regelrechte Überlebenskünstler sind.

In fast jedem Korallenriffaquarium sind sie zu Hause, doch die meisten Aquarianer ahnen nicht einmal, dass sie zahlreiche kleine Wurmschnecken besitzen und sie sorgsam pflegen. Ungewollt vermutlich, aber doch regelmäßig werden diese kleinen, sessilen Mollusken direkt oder indirekt mit feiner Schwebenahrung versorgt und mit allen nötigen Mineralstoffen.
Wurmschnecken leben in einer selbst gebauten Kalkröhre und ernähren sich als Filtratfresser von Plankton. Der Laie erkennt sie kaum als Schnecke, denn man sieht von diesen Tieren nur eine Kalkröhre, was nicht mit dieser Tiergruppe assoziiert wird. Doch tatsächlich kriecht in der Röhre eine winzige Schnecke vor und zurück. Bewegt sie sich in ihrer Wohnröhre ganz nach vorn, kann man mit einer Lupe oft sogar ihre Augen erkennen.
Wurmschnecken leben in allen Weltmeeren, und in passenden Habitaten leben auch Gattungen, deren Vertreter weit größer werden als die Winzlinge in unseren Riffbecken. Die für uns Aquarianer interessanten Arten kommen aus wärmeren Meeresgebieten wie dem Roten Meer, dem Indopazifik und der Karibik. Meist gelangen sie mit Lebendgestein in das Aquarium. Schon beim Einfahren eines Meerwasseraquariums mit dem Einsetzen frischen Lebendgesteins hat man sie meist dabei.
Viele klein bleibende Arten bilden bis zu 20 cm große Gruppen, die vor allem an Röhrenwurmkolonien erinnern. Die Ähnlichkeit geht so weit, dass die Gattung Serpulorbis ihren Namen wegen ihrer großen Ähnlichkeit mit den Kalkröhrenwürmern der Familie Serpulidae bekam (Knop 2013), was sich natürlich nur auf die äußere Ähnlichkeit bezieht und nicht auf gemeinsame Vorfahren hinweisen soll. Andere Arten, vor allem größer werdende, leben solitär.
Die Wohnröhren können direkt auf Hartsubstrat befestigt sein oder am Skelett einer lebenden Steinkoralle, wo sie dann vollständig umwachsen werden, sodass nur die Röhrenöffnung frei bleibt. In Porites-Korallen sind solche Vermetiden z. B. bisweilen zu sehen, oft zwischen Kalkröhrenwürmern Spirobranchus giganteus, sodass es denkbar wäre, dass (...)

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 118