Vorbilder für Refugien sind vielfach
Algenfilter oder die Holländischen
Miniriffaquarien aus den 1980er-Jahren

Dr. Dieter Brockmann

Ersetzen Refugien Filtersysteme oder sind sie eine sinnvolle Ergänzung? Welche Vorteile besitzen sie gegenüber klassischen Filtersystemen? Bringt die Kombination beider überhaupt einen messbaren Mehrwert für das Korallenriffaquarium?

Es gibt nichts, was es nicht schon einmal gab. Das trifft nicht nur auf die Mode- oder Musikindustrie zu, sondern auch auf die Meerwasseraquaristik. Refugien sind keine Erfindung der meeresaquaristischen Neuzeit, sie existieren vielmehr seit fast ihren Anfängen. Nur hießen sie damals nicht „Refugien“, sondern „Algenfilter“ oder im weitesten Sinne „Holländische Miniriffaquarien“. Hauptaufgaben dieser vor allem mit Algen bewachsenen Becken war eine Stabilisierung der Wasserqualität und die Funktion als biologischer Filter, um anorganische Nährstoffe aus dem Wasserkreislauf zu entfernen, insbesondere Nitrat.
Um dieses Ziel zu erreichen, kultivierte man mehrere Algenarten, hauptsächlich Caulerpa prolifera und Fadenalgen (Bryopsis, Derbesia), deren Bestände regelmäßig ausgedünnt werden mussten, um einerseits das Absterben zu dicht gewordener Algenbestände und damit das Freisetzen von Nährstoffen zu vermeiden, und andererseits, um die in biologische Substanz umgesetzten Nährstoffe endgültig aus dem Aquariensystem zu entfernen. Diese Algenbecken wurden sukzessive zu den Refugien ausgebaut, wie wir sie aktuell kennen.
Auch heute noch sind viele Refugien dicht mit Algen bewachsen, sie werden aber erweitert mit qualitativ hochwertigem Lebendgestein und in einigen Fällen mit Lebendsand, um eine größtmögliche Artenvielfalt zu gewährleisten. Auf einen Fischbesatz wird verzichtet, um die weiter unten beschriebenen Vorteile von Refugien nicht zu gefährden.

Hauptaufgabe eines Refugiums
Heute haben Refugien mehrere Aufgaben. Hierzu zählen insbesondere die (...)

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 121