Ein Paar Krabbenaugengrundeln
(Signigobius biocellatus) im Aquarium

Verena Klein

Was ist das, Intelligenz? Können Fische sie überhaupt besitzen? Und falls ja: Wie viel Intelligenz hat ein Fisch? Ist diese Eigenschaft vielleicht sogar überlebenswichtig für diese Tiere?

Die ersten beiden Teile dieser Artikelreihe behandelten vornehmlich individuelle Intelligenzleistungen. Kognitive Fähigkeiten und kognitives Lernen wurden in den Vordergrund gestellt. Dies beinhaltete die Wahrnehmung der Umwelt, das Aufnehmen von Informationen, ihre Verarbeitung und die Erinnerung. Auf Grundlage dieser Fähigkeiten ist es möglich, Situationen einzuschätzen, abzuwägen und letztlich intelligente Entscheidungen zu treffen. Im vorliegenden dritten Teil geht es um andere Intelligenzleistungen wie Kooperation, soziales Verhalten, Beziehungen und das Vermitteln von Wissen.

Gefühle, Beziehungen, Kollektiv
Intelligenz ist mehr als reine Entscheidungsfindung und das Lösen von Problemen. Vielmehr basieren auch soziale Leistungen und gruppendynamische Prozesse auf intelligentem Verhalten. Darunter fällt die Fähigkeit, mit anderen zu kooperieren, zu kommunizieren, aber auch Intelligenz zu bündeln und Traditionen (= Kultur) zu pflegen. Es ist intelligent, Beziehungen zu unterhalten, ein Kollektiv für sich zu nutzen, aber manchmal auch Eigeninteressen im Sinne eines Kollektivs zurückzustellen. Insgesamt können relativ einfache Intelligenzleistungen und Entscheidungen des Individuums so zu komplexen Verhaltensweisen und Intelligenzleistungen eines Kollektivs werden.

Grundlage für Sozialgefüge: Kommunikation
Um überhaupt miteinander agieren, leben und jagen zu können, müssen Fische dazu fähig sein, sich zu verständigen. Kommunikation findet nicht nur durch gesprochene Worte statt, sondern offenbart sich auf sehr vielfältige Weise. So ist uns bekannt, wie Farben und Farbveränderungen Botschaften senden. Wir kennen Schreckfärbungen, Tarnfärbungen, Aggressionsfärbungen, Schmerzfärbungen und noch sehr viele mehr. Auch die Körpersprache, eine Form der Kommunikation, die viele Menschen im digitalen Zeitalter weitgehend verloren haben, ist im Tierreich elementar, um miteinander zu agieren. So drückt beispielsweise in bestimmter Körperhaltung seitlich vor einem Putzerfisch zu stehen das Verlangen nach  (...)

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 121