Menella-Hornkoralle im Aquarium,
Nahaufnahme

Miriam Reusche

Menella-Hornkorallen gelten oft als kaum aquarienhaltbar. Bei geeigneter Fütterung lassen sie sich jedoch nicht nur erfolgreich pflegen, sondern sogar zum Wachsen bringen.

Bei der Aquarienpflege azooxanthellater Hornkorallen wie Vertretern der Gattung Menella führt an einer artgerechten Fütterung kein Weg vorbei. Allgemein gilt die Ernährung dieser Korallen als extrem schwierig, doch tatsächlich stehen uns inzwischen viele sehr hochwertige Futtermittel zur Verfügung, die es bei richtigem Einsatz durchaus ermöglichen, solche Tiere nicht nur am Leben zu erhalten, sondern sogar zu deutlichem Wachstum anzuregen.
Umso unverständlicher ist der desaströse Zustand, in dem Menella-Hornkorallen, die ursprünglich gesund waren und in sehr schönem Zustand eingesetzt wurden, in vielen Aquarien nach einigen Monaten sind.
Ich selbst pflege azooxanthellate Gorgonien fast seit Beginn meiner Aquarianerzeit vor etwa sechs Jahren. Die enorme Farbenpracht dieser Korallen hat mich auf Anhieb in den Bann gezogen, und mir war schon als Einsteigerin klar, dass ich nicht umhinkommen würde, diese faszinierenden Planktonfänger in mein 400-l-Becken einziehen zu lassen, obgleich es an sich keine Tiere für Anfänger sind. Man muss von vornherein wissen, dass ihre Aquarienpflege weit mehr Hingabe und Aufwand erfordert als z. B. die einer Sinularia- oder Sarcophyton-Weichkoralle.

Die erste Menella
Meine erste Menella war eine dunkelviolette Farbmorphe. Der optimale Standort war nach einiger Literaturrecherche schnell gefunden: Ich platzierte sie in Bodennähe im Randbereich des Beckens, außerhalb der hellen Lichtstrahlung, etwa 100 cm von einer Tunze Steam 6095 entfernt, direkt im Strömungskegel. Die Pumpe hatte ich so ausgerichtet, dass die Koralle direkt angeblasen wurde und gleichmäßige, laminare, nicht zu aggressive Strömung erhielt. Dass die Umgebungsbedingungen passend waren, erkannte ich daran, dass die Koralle ihre hübschen, dunkelvioletten Polypen dauerhaft öffnete, um nahrhafte Schwebestoffe aus dem Wasser zu fangen. Dabei ist es wichtig, dass die Koralle tatsächlich im rechten Winkel zur Strömung steht, denn so wachsen ihre Artgenossen auch im natürlichen Lebensraum.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Wassertemperatur, denn im Korallenriff leben Menella-Hornkorallen nicht in der oberen, sonnenlichtdurchfluteten und zeitweise stark aufgeheizten Zone, sondern etwas tiefer, z. B. unterhalb der Zehnmetergrenze. Dort sind die Wassertemperaturen stabil niedriger. Folglich fühlen diese Korallen sich im Aquarium bei Wassertemperatur von (...)

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 121