Der Aufbau des Riffgesteins erforderte
viel Zeit und Mühe

Thomas Frerichs

Bereits in KORALLE 123 (Juni/Juli 2020) konnten wir einen Blick auf das „Fenster zum Meer“ werfen, das 2.000-l-Riffaquarium von Thomas Frerichs. Auf dem Weg zu einem eingespielten Mini-Ökosystem mit wunderschönen Korallen und weiteren Riffbewohnern gab es aber auch Rückschläge. Ein solches Problem führte im Sommer 2017 zu einem kompletten Neustart.

Mein Meerwasseraquarium lief seit einigen Jahren sehr gut. Die Korallen wuchsen so schnell, dass ich regelmäßig kleine Fragmente in den Kölle-Zoo-Fachhandel brachte, und die Fische waren erkennbar wohlgenährt. Trotzdem versucht man natürlich stetig, die Bedingungen für die Tiere und für sich selbst als Betrachter zu optimieren. Ich hatte von einem sogenannten Rollermat gehört, einem Rollen-Vliesfilter, der durch das Herausfiltern von Schwebstoffen noch klareres Aquarienwasser versprach. Also erwarb ich ein solches Gerät und installierte es umgehend. Die Inbetriebnahme verlief problemlos, doch ich hatte den Eindruck, dass der erhoffte Effekt für mich im Wasser nicht erkennbar war. Es wirkte auf mich auch nach einigen Wochen unverändert, weshalb ich beschloss, ihn wieder aus dem System zu nehmen.
Ich baute den Rollermat also wieder ab, was sich aber im Nachhinein als folgenschwerer Fehler erwies, denn dieser Spezialfilter sorgt durch das Herausfiltern der Schwebstoffe auch dafür, dass weniger Nitrat und Phosphat im Aquarium entstehen. Der Nitratwert, der sich in meinem Riffbecken seit Jahren immer im Bereich von 5–10 mg/l befunden hatte, schoss plötzlich durch die Decke. Leider kontrollierte ich den Wert nicht regelmäßig, weil er sich zuvor auf einem tolerablen Niveau stabilisiert hatte. Erst als ich Veränderungen an den Korallen bemerkte, maß ich den Nitratwert erneut.
Aufgrund des starken Anstiegs innerhalb sehr kurzer Zeit starben die Polypen vieler Steinkorallen ab. Das ereignete sich fast zeitgleich im gesamten Becken, und diese Erscheinungen in zweitausend Litern Habitat zu erleben, frustrierte mich ganz ungemein. Ich litt darunter so sehr, dass ich erwog, mein Riffaquarium komplett auszuräumen und aus diesem Hobby auszusteigen. Stattdessen hätte ich mich wieder mit der Süßwasseraquaristik befassen können. Das Korallensterben war einfach ein harter Schlag für mich.
Nach reiflicher Überlegung entschied ich mich aber bewusst dagegen, vor diesem Problem die Flucht zu ergreifen, und beschloss, mich der Herausforderung zu stellen. Mein Plan war, nicht an Symptomen herumzukurieren, sondern das Riffaquarium komplett neu zu starten.

Der Neustart
Zuerst versuchte ich zu retten, was zu retten war. Viele große Korallenstöcke starben in kurzer Zeit ab, jedoch hatte ich das Glück, einige überlebende Korallen (...)

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 127