Viele Meerwasseraquarienfische, hier der
Blaukehl-Drückerfisch (Xanthichthys
auromarginatus
), haben bei artgerechter
Pflege eine sehr hohe Lebenserwartung.

Dr. Dieter Brockmann

Nur unter optimalen Haltungsbedingungen erreichen Aquarienfische ein Alter gemäß ihrer natürlichen Lebenserwartung. Aber wie alt können unsere Aquarienbewohner überhaupt werden und wie können wir dafür sorgen, dass sie dieses Alter auch wirklich erreichen?

Um es gleich vorwegzunehmen: Unsere Aquarienfische könn(t)en deutlich älter werden als ihre Pendants im Korallenriff. Dort ist der Feind- und Fraßdruck, der in der Regel im Aquarium fehlt, sehr hoch. Schon ein kurzer Augenblick der Unachtsamkeit und es ist um den Unvorsichtigen im Riff geschehen: leichte Beute für einen der zahlreichen Räuber. Solche Unachtsamkeiten haben im Aquarium dagegen keine Auswirkungen – ein Fressfeind ist nicht vorhanden.
Das wichtigste Wort des ersten Satzes dieses Artikels ist dennoch „könn(t)en“, denn nach wie vor ist zu beobachten, dass in gewissen Aquarien die Fische viel zu kurzlebig sind. Selbst viele Doktor- und Kaiserfische, die eine hohe Lebenserwartung haben, sterben bisweilen nach einigen Jahren der Aquarienpflege. Aber woran liegt das?

Begrifflichkeiten
Die zwei Begriffe, die in diesem Beitrag von Bedeutung sind, sind „Alter“ und „Lebenserwartung“. Der Begriff „Alter“ ist exakt definiert. Er bezieht sich jeweils auf das Geburts- bzw. Schlupfdatum eines Individuums. Der Begriff „Lebenserwartung“ dagegen ist statistischer Natur. Er beschreibt die mittlere Lebenserwartung einer definierten Gruppe mit Bezug auf deren Geburtsdaten. So haben Jungen, die zwischen 2017 und 2019 geboren wurden, laut statistischem Bundesamt in Deutschland eine Lebenserwartung von rund 79 Jahren, Mädchen dagegen von 83 Jahren. Das einzelne Individuum dieser Gruppe kann dagegen früher sterben oder aber auch deutlich älter werden.
Das Alter unserer Aquarienfische ist in der Regel nicht exakt bestimmbar. Da es sich auch heute noch in vielen Fällen um Wildfänge handelt, ist deren Geburtsdatum naturgemäß unbekannt. Wir können dann ausschließlich (...)

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 128