Text und Fotos: Daniel Knop

Salzkrebschen haben ausgesprochen raffinierte Überlebensstrategien entwickelt, um Fraßdruck zu meiden und lebensfeindliche Umgebungsveränderungen zu überstehen.

Bei Salzkrebschen handelt es sich um rund 10–15 mm lang werdende, rückenschwimmende Tiere. Sie ernähren sich, indem sie mit ihren beborsteten Thoraxbeinen, als Thoracopoden bezeichnet, beim Schwimmen pflanzliches Plankton aus dem Wasser filtern. Zugleich dienen diese Thoracopoden dem Gasaustausch mit dem Umgebungswasser, also der Atmung. Die aufgenommene Nahrung ist im Verdauungskanal durch den leicht transparenten Körper gut zu sehen, denn dieser verläuft strangförmig vom Kopf zum hinteren Körperende.

Weibchen erkennt man leicht am dicken Eipaket, Männchen hingegen an dem kräftig entwickelten, zweiten Antennenpaar, das ihnen dazu dient, sich zur Paarung am Körper der Weibchen festzuhalten. 

Die Schwimmlage mit der lichtzugewandten Bauchseite hat ihren Grund sehr wahrscheinlich in der Tatsache, dass sie Phytoplankton filtrieren, das im Sonnenlicht fotosynthetisch aktiv ist und sich vermehrt. Ihre Nahrung finden sie also stets dort, wo Licht ist. Viele wasserlebende Tiere stellen ihre aufrechte Körperstellung mit Hilfe des Lichts her, indem sie den Rücken dem Licht zuwenden. Hierbei spricht der Biologe vom Lichtrückenreflex. Artemien hingegen wenden ihren Rücken vom Licht ab, was als negativer Lichtrückenreflex bezeichnet wird.

Salzkrebschen vermehren sich über Lebendgeburt, dünnwandige „Sommerzysten“ und Dauerzysten. Letztere werden oft als „Artemiaeier“ bezeichnet, doch ein Ei besteht prinzipiell aus einer einzigen Zelle, während die Dauerform der Salzkrebschen bereits rund 4000 Körperzellen besitzt, allerdings noch ohne ausgebildete Organsysteme.

Oft sieht man Artemien paarweise umherschwimmen, wobei ein Männchen sich mit dem klauenförmig umgebildeten zweiten Antennenpaar am Körper des Weibchens festklammert. Dabei deponiert es sein Sperma im Eisack des Weibchens, um die Eier zu befruchten, die dort verbleiben und sich entwickeln. Sie können als Nauplius lebend geboren werden oder im Gastrula-Stadium die Zystenschale erhalten. Sommerzysten werden dann freigesetzt und entwickeln sich sofort weiter zum Nauplius-Stadium.

 

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 96