von Daniel Knop

Riffkeramik kommt bei der Gestaltung von Korallenriffaquarien zunehmende Bedeutung zu. Doch Qualität und Reinheit sind dabei der Schlüssel zum Erfolg. Wie erkennt man hochwertige Riffkeramik?

Immer öfter begegnet man im Aquaristikfachhandel keramischen Dekorationselementen. Riffkeramik ist in beliebiger Menge herstellbar und im Gegensatz zu Lebendgestein nicht an natürliche Riffökosysteme als Ressource gebunden, das letztlich immer nur begrenzt verfügbar ist. Lebendgesteins-Importmengen sind abhängig von gesetzlichen Regelungen, und langfristig sind hier eher strengere Beschränkungen als Lockerungen zu erwarten. Darum ist es nötig, innerhalb der Korallenriffaquaristik Alternativen zu entwickeln. Solche Entwicklungen benötigen aber viel Zeit, um den Kinderschuhen zu entwachsen und zuverlässig hochwertiges, meerwassergeeignetes Material zu bieten, das im Aquarienalltag keinen Ärger macht. Nicht jede Dekoration, die in der Frühzeit der Riffkeramik entstand, ließ sich ohne Probleme verwenden, wie ich aus eigener Erfahrung weiß.

 

Kann Riffkeramik Lebendgestein ersetzen?

Die Frage, ob Riffkeramik Lebendgestein tatsächlich ersetzen kann, wurde und wird kontrovers diskutiert. Alf Jacob Nilsen und Svein Fosså bezeichnen das Lebendgestein in ihrem zweiten Band der Reihe „Korallenriff-Aquarium“, der derzeit im Druck ist, als „integralen Bestandteil der modernen Riffaquaristik“ und sagen: „Ohne dieses Gestein wären unseres Erachtens die Erfolge der modernen Riffaquaristik nur schwer möglich.“ Das bedeutet jedoch nicht zwangsläufig, dass die gesamte Dekoration eines Riffbeckens aus Lebendgestein bestehen muss.

 

Natürlich kann eine trockene Keramikstruktur nicht in jeder Hinsicht mit der belebten Kalksubstanz aus der Natur verglichen werden. Bei Lebendgestein erhalten wir mit jedem Brocken ein kleines Ökosystem mit unglaublicher Artenvielfalt, etwas, das in der Keramik erst noch entstehen muss und dabei den Gesetzmäßigkeiten des jeweiligen Aquariensystems unterworfen ist. Wenn beide Materialien in diesem Beitrag gegenüber gestellt werden, bezieht sich das beim Lebensgestein nur auf seine Wirkung als gestalterische Basis, also als Gesteinsmasse. Verwendet man stattdessen Riffkeramik, müssen all die Organismen, deren Fehlen dieses Material vom Lebendgestein unterscheidet, auf anderem Weg in das Aquarium kommen.

 

Da sich aber im Aquarium von all den Organismen, die wir auf natürlichem Riffgestein finden, im Aquarium ohnehin nur diejenigen etablieren können, die ihren Fortpflanzungszyklus hier auch zu schließen vermögen, können wir davon ausgehen, dass sie sich auch im keramikdekorierten Aquarium etablieren werden – sofern alle Umgebungsbedingungen passend sind und spezifische Räuber fehlen. Ob es also um Krebschen, Würmchen, Kalkalgen oder anderes geht: All das, was wir mit hundert oder gar zweihundert Kilogramm Lebendgestein ins Aquarium bekommen und dort auch tatsächlich etablieren können, gelangt mit wenigen Brocken Lebendgestein ebenfalls hinein – nur entwickelt sich dabei möglicherweise eine gewisse Verzerrung der Artenverteilung, wie im Folgenden beschrieben. Prinzipiell kann Riffkeramik Lebendgestein also tatsächlich weitgehend ersetzen, wenn das Aquarium auf andere Weise so angeimpft wird, dass alle nötigen Kleinorganismen hineingelangen. (...)

 

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 99