von Daniel Knop

Die Tiere, die wir in unseren Korallenriffaquarien pflegen, decken eine große Bandbreite an Stammesgeschichte ab, und die Konstruktionsweise ihrer Augen lässt spannende Rückschlüsse auf ihre Organisationsstufe zu

Die Erklärung, das Auge sei durch einen intelligenten Schöpfer geschaffen worden, fiel zu Charles Darwins Zeiten leicht und verhalf Evolutionskritikern zu Argumenten. Darum widmete Darwin in seinem bahnbrechenden Buch „On the origin of Species“ dem Auge und seiner Entstehung ein ganzes Kapitel. Seine Erklärung war simpel: Es muss schon früh in der Entwicklungsgeschichte ein sehr einfach konstruiertes Sehorgan aus zwei Zellen gegeben haben, das seinem Besitzer bereits das Richtungssehen ermöglichte und darum vorteilhaft war. Als Grundlage dafür sah Darwin eine Farbstoffzelle (Pigmentzelle) und eine Nervenzelle (Fotorezeptor). Aus diesem primitiven Auge sind, seiner Theorie folgend, alle höher entwickelten Augentypen entstanden.

Da Augen aber selten fossile Spuren hinterlassen, fiel es lange Zeit hindurch schwer, ihre Entstehung tatsächlich nachzuweisen. Durch eingehende Forschungsarbeit, nicht zuletzt durch die bahnbrechenden Erkenntnisse des Schweizer Biologen Walter Gehring, können inzwischen aber jegliche Zweifel an Darwins Aussagen als historisch gelten, denn die Beziehung der einzelnen Augentypen zueinander ist weitgehend verstanden.

Das Kontrollgen

Gehring fand heraus, dass alle Augentypen, die im Tierreich zu finden sind, durch ein bestimmtes Gen im Organismus entstehen. Es handelt sich dabei um ein Masterkontrollgen, das den Namen „Pax6“ trägt. Ob Qualle, Fisch, Krebs, Mensch oder Fruchtfliege – Pax6 ist der Hauptschalter, der die Entwicklung von Augen im Organismus anstößt. Ist dieses Gen defekt, bleibt der Embryo augenlos. Pax6 ist dazu in der Lage, die gesamte Kaskade von mehr als tausend Genen auszulösen, die für die Augenentwicklung nötig sind.

Um nun tatsächlich den Nachweis zu erbringen, dass Pax6 die gesamte Augenentwicklung anschiebt und steuert, versuchten Gehring und seine Mitarbeiter, mithilfe des Masterkontrollgens Pax6 einer Taufliege an anderen Körperstellen wie Beinen, Flügeln oder Antennen ebenfalls Augen wachsen zu lassen. Zum Erstaunen der Fachwelt gelang dies tatsächlich, und zu alledem (...)

Nachzuchterfolg steht und fällt mit Lebendfutter

Wenn Sie Aquarienbiologen nach ihren Erfahrungen mit Lebendfutterzuchten fragen, werden Sie wahrscheinlich haarsträubende Geschichten über Misserfolge hören – es gibt so vieles, das dabei schief gehen kann. Um ein möglichst erfolgreiches Konzept für die Lebendfutterproduktion auf die Beine zu stellen, muss man vor allem eine optimale Balance zwischen den verfügbaren Materialien und Arbeitsleistungen einerseits und den Lebensansprüchen der Phyto- und Zooplankter andererseits finden.

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 105