von Dr. Dieter Brockmann

Phosphatanreicherung im Aquarienwasser stellt nach wie vor eines der Kernprobleme der Riffaquaristik dar. Erhöhte Konzentrationen können einerseits zu unerwünschtem Algenwachstum führen, andererseits scheint Phosphat die Skelettsynthese von Steinkorallen zu hemmen. Die Kontrolle von anorganischem Phosphat ist somit eine der Grundvoraussetzungen für ein gesundes Aquarienmilieu. Als Werkzeug bietet sich hierfür neben vielen anderen Strategien Lanthan an.

Die Verwendung fester Phosphatadsorber zur Verminderung der Phosphatkonzentration hat die Korallenriffaquaristik einen großen Schritt vorwärts gebracht, denn diese Mittel verhindern die vielfältigen schädlichen und unerwünschten Effekte einer Phosphatanreicherung, die insbesondere in älteren Aquarien häufig zu beobachten sind. Innovation und Fortschritt sind wichtige Grundvoraussetzungen zur Verbesserung der Pflegebedingungen auch unseres Hobbys, und daher bin ich immer auf der Suche nach alternativen Lösungen und Wegen. Hierzu zählt u. a. der Einsatz einer Lanthanlösung, die bereits in KORALLE 57 von Daniel Knop (2009) vorgestellt wurde. Knop legte überzeugend dar, hiermit in der Riffaquaristik eine sehr effiziente, einfache und kostengünstige Methode zur Phosphatkontrolle an der Hand zu haben. Eine seiner – zu Recht – kritischen Grundaussagen war: „Trotzdem rate ich dem Hobbyaquarianer ausdrücklich davon ab, selbst Experimente mit Lanthanchlorid und der nötigen Applikations- und Filtertechnik im Eigenbau zu machen, sondern empfehle zu warten, bis die Aquaristikindustrie entsprechende Methoden entwickelt hat.“ Solche Aussagen stacheln jedoch immer meinen Ehrgeiz und meine Wissbegierde an, entsprechende Verfahren selbst auszuprobieren und damit auf die Tauglichkeit als Standardmethode in unserem Hobby zu testen.

Ein wichtiger Punkt für die Anwendung von Lanthan in der Meerwasseraquaristik ist seine sehr geringe Toxizität. Wie Daniel Knop bereits in seinem Beitrag berichtete, wird Lanthancarbonat in der Humanmedizin unter dem Handelsnamen Fosrenol als Medikament eingesetzt, um bei Dialysepatienten (...)

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 105