von Daniel Knop

Fotografie ist heute beliebter als jemals zuvor. Diese Rubrik möchte die KORALLE-Leser Schritt für Schritt an die Aquarienfotografie heranführen und Tipps und Tricks aus der Praxis verraten. In der aktuellen Folge geht es um 3D-Fotografie in der Aquaristik.

Folge 9: Die dritte Dimension – 3D-Fotos vom Aquarium

Das Sehen mit zwei Augen gibt uns die Möglichkeit, die Entfernung nicht allzu weit entfernter Objekte abschätzen zu können. Dadurch sehen wir dreidimensional, und so nehmen wir auch unser Aquarium wahr. Im herkömmlichen Foto allerdings fehlt diese dritte Dimension; es besitzt nur Höhe und Breite, denn es hat keine Tiefe.

Noch können herkömmliche Kameras und Smartphones diese dritte Dimension nicht auf technischem Weg simulieren (was nur eine Frage der Zeit sein dürfte). Doch es gibt einen Trick, mit dem sich ein Aquarium auch im Foto dreidimensional darstellen lässt, nicht nur als Ausdruck, sondern auch auf einem Computermonitor oder Smartphone-Display.

Tatsächlich ist dieser Trick eigentlich alles andere als neu, wird aber in der Aquaristik kaum eingesetzt: das Anaglyphenbild. Früher sah man solche Bilder nur in Schwarzweiß, weil durch die Vorgehensweise Farbinformationen verloren ging. Mit einem leicht veränderten Verfahren kann jedoch – mit gewissen Einschränkungen – auch die Farbinformation erhalten bleiben, sodass wir daheim von unserem Aquarium tatsächlich ein farbiges 3D-Foto anfertigen können. Und das geht sogar ohne 3D-Kamera oder spezielle Objektive bzw. Objektivvorsätze, ganz einfach mit Ihrer Smartphone-Kamera. Wie, das soll im Folgenden geschildert werden.

Das Grundprinzip ist das, was in der Stereoskopie stattfindet, denn um eine solche handelt es sich hier eigentlich. Wir sehen mit jedem unserer beiden Augen ein Bild aus etwas anderer Perspektive. Unser Gehirn errechnet durch den Abgleich dieser beiden Bilder räumliche Informationen. Der Trick liegt nun darin, beiden Augen jeweils ein zweidimensionales Bild aus einer etwas unterschiedlichen Perspektive zu geben, denn dann geschieht im Gehirn prinzipiell das Gleiche.

Nur muss man in diesem Fall einen Weg finden, jedes der beiden Bilder zu einem bestimmten Auge zu bringen – und nur zu diesem. Man muss es also dem anderen Auge vorenthalten. Und dazu gibt es mehrere Wege. Einer ist das klassische (...)

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 106