Vater und Sohn Debelius tauchen
in Raja Ampat Foto: T. Friedrich

Text und Fotos Tobias Friedrich

Helmut Debelius – jeder Meerwasseraquarianer kennt diesen Namen. Und wem er nicht geläufig sein sollte, der ist bestimmt schon über eines seiner zahlreichen marinen Bestimmungsbücher mit ihm in Berührung gekommen oder pflegt im Aquarium eine der zahlreichen Tierarten, die nach ihm benannt wurden. Still ist es um ihn geworden, seit er sich im Jahr 2007 in den wohlverdienten Ruhestand zurückgezogen hat. Sein Lebenswerk – die vielen Bestimmungsbücher und neu entdeckten Tierarten – verdient jedoch nach wie vor höchste Anerkennung. Autor Tobias Friedrich hat ihn auf einer Reise nach Raja Ampat begleitet.

„Toll! Einfach toll!“ Mit strahlenden Augen und einem breiten Grinsen kommt Helmut Debelius aus dem Wasser. „Alle meine Freunde waren da. Der Blaumasken-Kaiserfisch, das Denise-Zwergseepferdchen und der tolle Schwarm von Aalgrundeln. Habt ihr die auch gesehen?“, fragt er in die Runde, während er seine immer noch langen, inzwischen ergrauten Haare mit dem Handtuch abtrocknet. Wie ein kleiner Schuljunge kann er es kaum abwarten, einen seiner Fischbestimmungs-Atlanten in die Hände zu nehmen, um das Gesehene noch einmal zu bestätigen. Man könnte meinen, er sei gerade das erste Mal abgetaucht.

In gewisser Hinsicht trifft es sogar zu: Seit zehn Jahren war der „Vater der Fische“ schon nicht mehr tauchen. „Eigentlich wollte ich mich vor einer Dekade zur Ruhe setzen. Mir war das Reisen einfach zu viel geworden, und mit den Büchern hatte ich ja schon alles gesagt“, resümiert der 70-Jährige. „Aber man soll bekanntlich niemals ‚nie’ sagen“, fügt er hinzu und erklärt: „Ich habe im letzten Jahrzehnt so viele Einladungen bekommen. Und einer konnte ich nach jahrelanger Überredungskunst dann doch nicht widerstehen: der meines Sohnes Ronan.“

Ronan Debelius ist Cruise Director auf dem Safarischiff ‚Pindito’ und konnte seinen berühmten Vater überreden, zu seinem siebzigsten Geburtstag nach Indonesien zu kommen, um dort noch einmal zusammen abzutauchen. „Das mit Paps war ein hartes Stück Arbeit, aber umso mehr freue ich mich, dass er jetzt hier ist“, erzählt der 28-Jährige stolz an Bord der Pindito. „Vor 19 Jahren hat mich Paps bei meinem ersten Tauchgang begleitet ...  (...)

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 107