Fertigung eines großen Halbrund-Acryl-
aquariums in der Firma Schuran
Foto: D. Knop

Daniel Knop

Nicht nur Silikatglas eignet sich für den Aquarienbau, sondern auch Acrylglas. Wir betrachten die Vor- und Nachteile dieses Materials und werfen einen Blick auf die Herstellungsweise solcher Becken.

Eines vorweg: Es geht in diesem Beitrag um das, was man im deutschsprachigen Raum allgemein als Plexiglasaquarien bezeichnet. Doch der Begriff Plexiglas bezeichnet nicht das Material, sondern steht nur für das Acrylglas eines bestimmten Herstellers, ist also ein geschützter Markenname. Insofern haben wir es hier mit dem Tesafilm- oder dem Tempotaschentuch-Phänomen zu tun. Falls Sie es genau wissen möchten: Es heißt Polymethylmethacrylat, kurz PMMA. Aber – bleiben wir lieber bei Acrylglas.

Acrylglasaquarien sind in den USA weitaus populärer als hierzulande. Das hat unterschiedliche Gründe, von denen einer sicher der bei uns hohe Materialpreis ist. In Nordamerika ist die Preisdifferenz zwischen Silikatglas und Acrylglas weitaus geringer, und entsprechend viele Herstellungsbetriebe gibt es für Aquarien aus diesem Material.

Einsatzzweck

In Deutschland ist das Meerwasseraquarium aus Acryl eher ein Nischenprodukt, das vor allem dort seine Berechtigung hat, wo der Werkstoff Glas sehr spezielle Anforderungen oder Wünsche nicht erfüllen kann. Rundbecken sind ein solcher Fall oder Halbrundbecken, Großbecken mit riesigen Scheiben, deren erforderliche Glasstärke so enorm wäre, dass die optisch verzerrende Wirkung stören würde. Auch Ausstellungsaquarien für Messeauftritte, bei denen das Becken leicht und gut transportierbar sein muss, fallen in diese Kategorie. Eine weitere Domäne der Acrylaquarien ist die Quallenpflege, für die vertikal stehende Quallenkreisel nötig sind, Spezialbecken mit ausgeklügeltem Strömungsverlauf. Zahlreiche weitere Einsatzgebiete für Acrylaquarien sind denkbar, auch in geringerer Größe, denn schließlich beginnt es bereits beim kleinen Larvenkreisel.

Während in Nordamerika das Acrylaquarium also ein Marktrivale des Glasaquariums ist, kommt es in Deutschland vor allem (Ausnahmen bestätigen die Regel) dort zum Einsatz, wo die Glaser das Handtuch werfen müssen. (...)

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 108