Mischbecken mit einem starken Besatz
an Fischen profitieren enorm von einer
UV-Entkeimungsanlage. Der Ausbruch
von Krankheiten wird vorbeugend
kontrolliert (Aquarium Wilhelm
Zimmermann, Munderkingen),
Entkeimer Fa. Tropical Marine Centre
Foto: St Tripke & D. Brockmann

Stefan Tripke & Dr. Dieter Brockmann

Die Gesunderhaltung empfindlicher Fische in Riffaquarien ist nach wie vor ein heikles Thema. Die meisten Medikamente sind aufgrund ihrer Toxizität gegenüber Korallen und Bakterien tabu. Was bleibt, ist eine wirksame Prophylaxe des Aquariensystems mit einer effizienten UV-Entkeimungsanlage.

Wer kennt diese Situation nicht: Obwohl man einen stabilen Fischbesatz in seinem Riffbecken pflegt, ist der Reiz sehr groß, den einen oder anderen Traumfisch nachzusetzen. In vielen Fällen geht dies gut. Doch bestimmte Fischarten, insbesondere Doktorfische aus der Gattung Acanthurus, entwickeln trotz ausgiebiger Quarantäne aufgrund des Stresses bei Umsetzung, Eingewöhnung und Aggressionen des etablierten Fischbesatzes schnell einen Ektoparasitenbefall, mit dem sie weitere Fische anstecken können. Kupferhaltige Medikamente, die nach wie vor zu den wirksamsten Behandlungsmöglichkeiten gegen Parasitenbefall gehören, verbieten sich aufgrund ihrer Toxizität gegenüber Wirbellosen von selbst. Und die Idee, solche Parasiten erfolgreich durch Putzerfische und -garnelen bekämpfen zu können, mussten schon viele Aquarianer erfolglos begraben. Was nun noch helfen kann, ist, entweder die befallenen Fische in ein Quarantänebecken zu überführen, um sie hier zu behandeln, oder der Einsatz einer effektiven UV-Entkeimungsanlage, mit der der Parasitenbefall bekämpft werden soll. Wir schreiben an dieser Stelle bewusst „soll“, da ein epidemieartiger Befall durch eine UV-Lampe nicht kontrollierbar ist. In einer solchen Situation kann sie höchstens unterstützend eingesetzt werden. 

Die Funktionsweise von UV-Lampen

UV-Anlagen zur Wasseraufbereitung werden unter verschiedenen Namen angeboten. Hierzu zählen UV-Klärer, UV-Entkeimungsanlagen oder auch einfach UV-Entkeimer oder UV-Lampen. Allen gemeinsam ist, dass sie mit UV-C-Strahlung der Wellenlänge von ca. 254 nm arbeiten, die in der Regel von einer Quarzlampe (zumeist Quecksilberniederdrucklampen) erzeugt wird. Quarzglas, das auch als Kieselglas bezeichnet wird, ist ein Glas, das im Gegensatz zu den gebräuchlichen Gläsern keine Beimengungen von z. B. Kalziumoxid enthält. Es besteht also aus reinem Siliziumdioxid (SiO2) und hat damit den Vorteil, dass es für einen großen Wellenlängenbereich (Infrarot bis UV) durchlässig ist.

Bei einer UV-Anlage wird das Beckenwasser mit einer Pumpe an der UV-C-Strahlung emittierenden Quarzlampe vorbeigeleitet, wodurch die im Wasser enthaltenen Bakterien, Viren, andere Krankheitserreger und Schwebealgen abgetötet werden. Diese keimtötende Wirkung beruht auf der DNA-modifizierenden Wirkung der energiereichen UV-C-Strahlung. Diese modifizierende Wirkung führt im Endeffekt dazu, dass die Erbsubstanz einerseits nicht mehr über den Prozess der Transkription in Proteine umgesetzt werden kann und andererseits sich die Organismen nicht mehr vermehren können, da auch der Prozess der Duplikation der Erbsubstanz (Replikation) unterbunden wird.(...)

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 108