Steinkorallen besitzen zahlreiche intra-
und extrazelluläre Partner, deren
Zusammenspiel für das Überleben im
nährstoffarmen Biotop Korallenriff erforderlich ist.

Dr. Dieter Brockmann

Die Gemeinschaft aus Korallenpolyp sowie intra- und extrazellulären Partnern ist hochkomplex. Nur die zahlreichen Wechselwirkungen zwischen ihnen erlauben das Entstehen und Überleben von Korallenriffen in sehr nährstoffarmen Gewässern. Aus den Riffen und der Aquaristik wissen wir, dass diese Partnerschaften, die wir bei weitem noch nicht im Detail verstehen, einerseits in einem gewissen Rahmen sehr anpassungsfähig, andererseits aber auch störanfällig sind. Der vorliegende Beitrag befasst sich mit den unterschiedlichsten intrazellulären Partnern, und die Wissenschaft bringt hierzu erstaunliche neue Erkenntnisse.

Am Anfang war alles ganz leicht. Es gab den Korallenpolypen mit seinem intrazellulären Partner, den Zooxanthellen, der den Polypen über den Prozess der Fotosynthese mit lebenswichtigen Nährstoffen versorgt. Erste Erkenntnisse zu dieser Symbiose beruhen u. a. auf den Nachweisen von Chlorophyll in Nesseltieren, einer Substanz, die man zuvor ausschließlich in Pflanzen vermutet hatte. Im Jahr 1883 berichtete Karl Brandt über mikroskopisch kleine intrazelluläre Algen in Steinkorallen (Brandt 1883), die kurze Zeit später als Dinoflagellaten erkannt wurden (Klebs 1884). Von Klebs stammt auch der Begriff Zooxanthellae, der aus dem Griechischen (zoon = Lebewesen; xanthos = gelb) stammt und auf die gelbbraune Farbe der einzelligen Algen Bezug nimmt.
Erst im Jahr 1957 gelang dann McLaughlin & Zahl die Isolierung von Zooxanthellen aus der Mangrovenqualle der Gattung Cassiopeia, die nicht mit der (...)

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 126