Andrè Luty
Fischmigrationen aus dem Roten Meer ins Mittelmeer sind keine Seltenheiten. Zu den Arten, die bereits eine etablierte Population im Mittelmeer ausgebildet haben, zählt die Rotmeer-Meerbarbe (Parupeneus forsskali).
Rotmeertiere wandern über den Suezkanal in das Mittelmeer ein (Lesseps‘sche Migration) und breiten sich vor allem entlang der Küsten des östlichen Mittelmeeres nach Norden und an der türkischen Küste nach Westen aus. Einige Arten, wie Kaninchenfische, haben so regional schon die Lebensmittel-Fischmärkte erobert. Die ersten Spezies haben auch die Adria und Italien längst erreicht. Als meerwasseraquaristisch interessierter Aquarianer findet man bereits beim Urlaub an der türkischen Küste Rotmeer-Arten wie Hasenkopf-Kugelfische (Lagocephalus sceleratus), Flötenfische (Fistularia commersonii), Soldatenfische (Sarcocentron rubrum), aber auch Diademseeigel (Diadema setosum) und Fechterschnecken (Conomurex persicus).
Die Rotmeer-Meerbarbe (Parupenaeus forskalii) aus der Familie der Mullidae kommt ursprünglich nur im Roten Meer, im Golf von Aden und bei Socotra im Indischen Ozean vor. Durch den Suezkanal ist jedoch auch sie in das Mittelmeer eingewandert und hat sich in dessen östlichem Teil inzwischen fest etabliert. Der Erstnachweis vor Israel stammt aus dem Jahr 2000. Im Herbst 2024 konnte ich an der türkischen Küste sehr viele Exemplare beobachten, die in allen Größen überall im Flachwasser vorkamen. Die Anzahl der Tiere und ihre unterschiedlichen Größen sind gute Hinweise darauf, dass sich die Art dort vermehrt.
Die Durchschnittslänge von P. forsskali wird in FISHBASE (2024) mit 25 cm, die Maximallänge mit 28 cm angegeben. Als Nahrung dienen allgemein Wirbellose auf Sandflächen. Korallen und Anemonen scheinen nicht zum Beutespektrum zu gehören.



