von José María Cid Ruiz, übersetzt aus dem Englischen (DK)

Der „Kauderni“ ist ein gutes Beispiel dafür, dass die aquaristische Nachzucht einen Beitrag dazu leisten kann, natürliche Bestände vor übermäßigem Fangdruck zu schützen. Er zeigt aber auch, dass es ohne die Kooperation der Aquarianer an der Ladenkasse nicht geht.

Man sagt dem Kauderni nach, er sei extrem leicht zu züchten. Theoretisch stimmt das auch, doch sobald man von der Theorie zur Praxis übergeht, tauchen einige Schwierigkeiten auf, die gemeistert werden wollen. Nach meinen persönlichen Erfahrungen würde ich diese Spezies als pflegeleicht bezeichnen, soweit dies die Eingewöhnung und Paarbildung betrifft sowie die Produktion einer Maulbrut. Wer jedoch mehr als 15 % der schlüpfenden Jungen gesund ins Erwachsenenalter bringen möchte, muss sich intensiv mit der optimalen Ernährung auseinandersetzen.

Pterapogon kauderni ist ein Maulbrüter, dessen Geschlechtsunterscheidung schwierig ist. Um die Fische zu verpaaren, setzt man am besten eine Gruppe von Jungtieren in ein separates Aquarium von ca. 450 l Volumen, ohne Nahrungskonkurrenz durch andere Arten. Bei guter Ernährung und ausreichender Zahl an Versteckmöglichkeiten wird sich recht bald ein erkennbares Paar herausbilden, das sein Revier gegen die Artgenossen verteidigt. In meinen Becken dauert diese Phase üblicherweise zwei bis vier Wochen. Allerdings ist dafür nicht immer ein Artenbecken erforderlich; ich habe die Paarbildung auch in Gesellschaftsaquarien erlebt.

Bei einem Artenbecken der genannten Größe wird das Paar bald seine Artgenossen derart unter Druck setzen, dass deren Lebensqualität drastisch abnimmt. An diesem Punkt setze ich das Paar üblicherweise separat in ein 200-l-Artenbecken. In der verbliebenen Gruppe wird sich innerhalb der kommenden zwei Wochen mit großer Wahrscheinlichkeit das nächste Paar bilden, das sodann ebenfalls in ein 200-l-Artenbecken verbracht wird.

 

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 92