Nicht nur der Kupferband-Falterfisch
(Chelmon rostratus) genießt die
regelmäßigen Dienste der Neon-
Putzergrundel (Elacatinus oceanops)

Text und Fotos: Torsten Schmidt

Zu den schönsten Nachzuchterfolgen zählen die unerwarteten, mit denen man gar nicht mehr rechnet. Die Putzergrundel Elacatinus oceanops ermöglichte eine solche Erfahrung.

Schon für mein erstes Meerwasseraquarium, ein 70-l-Nanobecken, standen die kleinen Grundeln der Gattung Elacatinus auf der Besatzwunschliste. Damals war es die Art E. evelynae, die einziehen durfte, leider nur als Einzeltier. An eine mögliche Nachzucht dachte ich zu diesem Zeitpunkt auch gar nicht, war ich doch noch ganz frisch in der Meerwasseraquaristik und musste erst lernen, wie man ein Riffaquarium dauerhaft erfolgreich betreibt.

So sammelte ich mit diesem ersten kleinen Becken meine Erfahrungen, und bis zu einem Urlaub lief es auch überaus gut. Für die Zeit meiner Abwesenheit erklärte sich ein Freund bereit, die Pflege zu übernehmen. Doch leider war er kein Aquarianer! Ihm entging, dass mehr und mehr Wasser verdunstete, und so stieg die Salzkonzentration fortwährend an. Was ich nach meiner Rückkehr zu Hause vorfand, erinnerte an ein Biotopaquarium des Toten Meers.

Rückblickend war der Urlaub mit seinen fatalen Folgen für dieses kleine Meerwasseraquarium ein Schlüsselerlebnis, und das sollte sich durch die leidvoll gewonnene Erkenntnis dann Jahre später doch mit einem unerwarteten Erfolgserlebnis bezahlt machen.

So bestürzt ich über den Verlust des kleinen Aquariums auch war, ich fasste spontan den Entschluss, neu anzufangen, diesmal aber mit einem deutlich größeren Becken und einer automatischen Nachfüllanlage für das Osmosewasser.

Erste allgemeine Nachzuchterfahrungen

Zum damaligen Zeitpunkt waren allerdings keine Grundeln der Gattung Elacatinus im regionalen Handel zu finden, und so vergingen weitere Jahre ohne diese hübschen kleinen Fische in meinem Aquarium. Zwischenzeitlich konnte ich aber mit anderen Arten erste Nachzuchterfahrungen sammeln und auch jede Menge Kontakte zu nachzuchtbegeisterten Aquarianern knüpfen. So kam es, dass ich eines Tages von einem guten Freund einen Anruf erhielt. Er teilte mir mit, er habe ein laichendes Paar E. oceanops, und ich solle doch zum Fotografieren der Larven vorbeikommen. So führte mich mein Weg in die Stuttgarter Wilhelma, wo er damals arbeitete, und dort entstanden die ersten Bilder über die Aufzucht der Grundel. (...)

Den vollständigen Artikel finden Sie in Ausgabe 110