Leierfische zählen in der Meeresaquaristik zu den besonders beliebten Aquariengästen. Sie eignen sich für Korallenriffbecken, bleiben klein und sind meist bunt gefärbt. Mehr als 130 Arten aus 18 Gattungen sind bekannt. Mit ihren individuellen Farbmustern und dem ungewöhnlichen Schwimmverhalten begeistern sie nahezu jeden Meerwasseraquarianer.

Die Arten der Gattung Synchiropus sind aquaristisch sehr beliebt, doch daneben existiert innerhalb der Familie Callionymidae eine Fülle weiterer faszinierender Arten. Durch meine Nachzuchterfolge mit Leierfischen im Jahr 2008 rückte diese Familie in den Mittelpunkt meiner Forschungsarbeiten, und ich konnte viel über ihre Fortpflanzung und die Larvenentwicklung lernen.

In einem artenreichen, kleinen Riffaquarium spielen sich bisweilen ebenso erstaunliche wie faszinierende Szenen ab, und meist benötigt man eine kleine Portion Glück, um Zeuge zu werden.

Spinnengleich kamen sie aus allen Ritzen und Fugen gekrochen – ein Szenario, das fast an eine Invasion in einem Science-Fiction-Film erinnerte. Unzählige Arme ruderten durch das Wasser, tasteten die Umgebung ab, griffen nach dem Substratgestein, um sich daran emporzuziehen. Jeder strebte nach oben, wollte sich den besten Platz erkämpfen, der Erste sein.

Nachzuchtaktivitäten von Korallenriffaquarianern kommen meist dadurch zustande, dass Aquarienfische ablaichen und beim Aquarianer der Wunsch entsteht, die Larven aufzuziehen. Das Beispiel von Dr. Rüdiger Bless zeigt aber, dass es sich bisweilen auch andersherum entwickelt.

Zur Meeresaquaristik kam ich mehr oder weniger zufällig durch das Buch von Mathew L. WITTENRICH (2007): The Complete Illustrated Breeder’s Guide To Marine Aquarium Fishes. Dieses Buch fiel mir Anfang 2009 in die Hände und machte mir klar, dass die Nachzucht von Korallenfischen nicht nur in wissenschaftlich geführten Einrichtungen möglich ist, sondern auch einem Hobbyaquarianer.

Das Schöne an einer Hypothese ist, dass man sie korrigieren kann, wenn sich der Erfahrungshorizont erweitert

Vermutlich stammt der folgende Ausspruch von Konrad Lorenz, dass es nämlich jung halte, „täglich wenigstens eine Hypothese über Bord zu werfen“. Gemeint ist wohl, dass man sich davor hüten solle, mühsam erworbene, schwer erarbeitete und deshalb längst liebgewordene Erkenntnisse als die einzig selig machende Wahrheit anzusehen.

1Zuechterecke78Viele Aquarianer kennen sie, die Artemiazysten, und haben im Laufe ihres Aquarianerlebens selbst erbrütete Nauplien verfüttert. Lästig dabei sind jedoch die Schalen, denn sie sind nicht leicht von den geschlüpften Nauplien zu trennen, und so gelangen oft einige mit den Nauplien in das Aquarium.

Artemianauplien stellen auch heute noch den am leichtesten verfügbaren Ersatz für lebendes Zooplankton dar. Durch ihre Körperform und die fortwährenden Bewegungen üben die winzigen Nauplienstadien dieser Schwimmkrebse einen optimalen Beutereiz aus, so dass sich mit ihnen oft auch Problemfische ans Futter bringen lassen.