Das Meerwasseraquaristik-Fachmagazin KORALLE bietet jedem Meerwasseraquarianer eine Fülle interessanter, fundierter und modern gestalteter Beiträge. Es werden die unterschiedlichsten Aspekte behandelt: Aquarienpraxis, Haltung und Vermehrung einzelner Arten, biologische Hintergrundberichte, Aquarientechnik und -chemie, Neues aus der Wirtschaft, Buchmarkt, Reportagen und Reiseberichte, Interviews und vieles mehr; alles leicht verständlich, allgemein interessant und unterhaltsam. Die Zeitschrift erscheint zweimonatlich.

von José María Ruiz Cid

An der spanischen Mittelmeerküste sind 17 Schleimfischarten zu finden, und in Süßwasserhabitaten mit Lipophrys fluviatiliseine weitere. Schleimfische – und die Mittelmeerarten im Besonderen – eignen sich durch Anatomie und Verhalten sehr gut dazu, Fortschritte in Aufzuchtmethoden für marine Fischlarven in praktischer Anwendung zu testen.

von Torsten Schmidt

Die gezielte Nachzucht ihrer Tiere ist für viele Meerwasseraquarianer nach wie vor Neuland. Zwar werden zahlreiche sessile Wirbellose inzwischen auch von Aquarianern fragmentiert, doch bei der geschlechtlichen Vermehrung von Fischen und Garnelen sind die Aktivitäten noch immer recht überschaubar.

Leierfische zählen in der Meeresaquaristik zu den besonders beliebten Aquariengästen. Sie eignen sich für Korallenriffbecken, bleiben klein und sind meist bunt gefärbt. Mehr als 130 Arten aus 18 Gattungen sind bekannt. Mit ihren individuellen Farbmustern und dem ungewöhnlichen Schwimmverhalten begeistern sie nahezu jeden Meerwasseraquarianer.

Die Arten der Gattung Synchiropus sind aquaristisch sehr beliebt, doch daneben existiert innerhalb der Familie Callionymidae eine Fülle weiterer faszinierender Arten. Durch meine Nachzuchterfolge mit Leierfischen im Jahr 2008 rückte diese Familie in den Mittelpunkt meiner Forschungsarbeiten, und ich konnte viel über ihre Fortpflanzung und die Larvenentwicklung lernen.

In einem artenreichen, kleinen Riffaquarium spielen sich bisweilen ebenso erstaunliche wie faszinierende Szenen ab, und meist benötigt man eine kleine Portion Glück, um Zeuge zu werden.

Spinnengleich kamen sie aus allen Ritzen und Fugen gekrochen – ein Szenario, das fast an eine Invasion in einem Science-Fiction-Film erinnerte. Unzählige Arme ruderten durch das Wasser, tasteten die Umgebung ab, griffen nach dem Substratgestein, um sich daran emporzuziehen. Jeder strebte nach oben, wollte sich den besten Platz erkämpfen, der Erste sein.

Nachzuchtaktivitäten von Korallenriffaquarianern kommen meist dadurch zustande, dass Aquarienfische ablaichen und beim Aquarianer der Wunsch entsteht, die Larven aufzuziehen. Das Beispiel von Dr. Rüdiger Bless zeigt aber, dass es sich bisweilen auch andersherum entwickelt.

Zur Meeresaquaristik kam ich mehr oder weniger zufällig durch das Buch von Mathew L. WITTENRICH (2007): The Complete Illustrated Breeder’s Guide To Marine Aquarium Fishes. Dieses Buch fiel mir Anfang 2009 in die Hände und machte mir klar, dass die Nachzucht von Korallenfischen nicht nur in wissenschaftlich geführten Einrichtungen möglich ist, sondern auch einem Hobbyaquarianer.